OERcamp & OER-Festival 2024 in Essen

Vom 18. bis 20. November 2024 verwandelte sich Essen in das Zentrum fĂŒr Open Educational Resources (OER) und Open Educational Practices (OEP) 🚀 Mit dem OERcamp und OER-Festival fand eine Veranstaltung voller Inspiration, Austausch und Vernetzung fĂŒr die Bildungscommunity statt đŸ€đŸ’ĄGina vom FOERBICO-Team war mit dabei und gibt euch hier einige Einblicke!
OERcamp & OER-Festival 2024 in Essen

Hinweis: Eine ausfĂŒhrliche Dokumentation des OERcamps ist unter https://go.oercamp.de/24essen/ verfĂŒgbar, Registrierung bzw. Anmeldung erforderlich!

Tag 1

ORCA.nrw-Tagung im Rahmen des OER-Festivals: Hochschullehre inspirierend und verbindend

Los ging es am 18. November im Ruhrturm Essen: Erstmals seit 2017 findet wieder ein OER-Festival statt, das ein OERcamp, eine Fachtagung von ORCA.nrw in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband und das 10 Jahre-JubilĂ€um des BĂŒndnisses Freie Bildung miteinander verbindet. Dabei kamen Lehrende, Hochschulmitarbeitende und alle anderen Interessierten fĂŒr einen Erfahrungs- und Wissensaustausch zusammen. Der inhaltliche Fokus liegt besonders auf dem Thema LehrkrĂ€ftebildung und dem Austausch der Fachwissenschaften. Das komplette Programm zur ORCA.nrw-Tagung findest du hier.

Nach einer BegrĂŒĂŸung von Dr. Markus Deimann (ORCA.nrw) und Grußworten von Dr. Martin Jungwirth (DH.NRW) und Bettina Jorzik (Stifterverband) starteten fĂŒnf parallele Sessions bis zur Mittagspause. Gina war bei der ersten Session „BeitrĂ€ge aus der Community: Die Bedeutung offener Bildungsressourcen in der Hochschullehre“ dabei, in der verschiedene Projekte vorgestellt wurden:

1. Sinnvolle KI-Nutzung fĂŒr OER: Von der Suche zur Kurserstellung – Alexander Mikasch und Bastian Schmidt-Kuhl (Ruhr-UniversitĂ€t Bochum)

Das Team der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum (RUB) entwickelt fĂŒr Moodle.nrw einen OER-KI-Assistenten, um OER schnell und einfach zu finden (momentan stellt OERSI die API fĂŒr die OER-Suche bereit) sowie auf Basis von OER-Materialien eigene Kurse und Inhalte zu erstellen. Dabei werden auch die Lizenzbedingungen (CC-Lizenzen) berĂŒcksichtigt und die Nutzer:innen erhalten Anweisungen, wie diese einzuhalten sind. So können Lehrende sich ihre Kurse Schritt-fĂŒr-Schritt selbst zusammenbasteln. Die erstellten Kurse und Inhalte werden dann wiederum ĂŒber Moodle bereitgestellt und so mit anderen geteilt. Dazu wurde auch am nĂ€chsten Tag im Barcamp eine Session angeboten! Wir finden, der Assistent klingt spannend und hat großes Potential, um Lehrende zu entlasten und animiert gleichzeitig mĂŒhelos selbst OER zu produzieren!

Ausblick:

  • Erstellen von mehr Kursinhalten ermöglichen
  • RAG Chat in Kurs ĂŒber OER Inhalt
  • Spracheingabe im Service
  • Export des Kurses wieder direkt zu OER-Repository (Bspw. ZOERR)

FĂŒr uns wĂ€re interessant, inwieweit auch Metadaten automatisiert generiert werden könnten und ob die einzelnen Inhalte/Kurse auch plattformĂŒbergreifend ĂŒber Moodle hinaus geteilt werden könnten. Unsere Idee: Ein OER-KI-Assistent spezifisch fĂŒr die RelgionspĂ€dagogik, was meint ihr?

2. ABBA: Automatisierte Erstellung und Personalisierung interaktiver OER-LernbĂŒcher mit KI – Ein Prototyp zur dynamischen Generierung digitaler Bildungsmedien – Dr. Stefan Pietrusky (PH Heidelberg)

Das Thema KI ist wenig ĂŒberraschend hoch im Kurs! Auch bei ABBA, einer App zur automatisierten Erstellung von LehrbĂŒchern und weiteren Bildungsmedien. Auch hierbei ist das Ziel, Lehrende zu entlasten, indem neben der Inhaltserstellung auch Antworten von Lernenden ausgewertet werden können und sie direktes Feedback erhalten. Das Niveau kann angepasst werden, um eine Binnendifferenzierung innerhalb von Lerngruppen zu ermöglichen. Momentan ist die Anwendung noch geschlossen und soll im nĂ€chsten Semester erprobt werden. Von den Veranstaltungsteilnehmenden wurde unter dem Stichwort „TĂŒrschwellendidaktik“ mehr Begleitforschung zur Motivation und Akzeptanz von Lernenden bei KI-generierten Inhalten gefordert.

3. A Young Lady’s Illustrated Primer – OER als Utopie – Gunnar SandkĂŒhler (Ruhr-UniversitĂ€t Bochum)

Ein deutlicher Bruch zu den vorherigen technischen BeitrĂ€gen bot das 1995 in Deutschland erschienene Werk von Neal Stephenson aus dem Genre Science-Fiction / Steampunk, in dem das MĂ€dchen Nell mit einer Fibel interagiert. Die Fibel ist adaptiv (in Echtzeit und im Lernmodell), multimedial, interaktiv, allgemeinbildend / enzyklopĂ€disch, fachspezifisch und erzeugt „generative“ Inhalte – quasi KI at itÂŽs beginning. Die Fibel ist allerdings kein OER, aber sollte es vielleicht sein!

4. Forschungsdatenmanagement in Studium und Lehre – Ergebnisse des Projekts FDM@Studium.nrw – Dr. Torsten Rathmann (Bergische UniversitĂ€t Wuppertal) und Ceren Yildiz (UniversitĂ€t Duisburg-Essen)

Mitte 2021 startete das Projekt zu Forschungsdatenmanagement (FDM) in Studium und Lehre mit dem Ziel, die bisherige Zielgruppe von Schulungs- und UnterstĂŒtzungsmaßnahmen zum FDM bestehend aus Promivierenden, PostDocs und arrivierten Wissenschaftler:innen um Studierende zu erweitern. Dazu wurden didaktisch aufbereitete Bildungsressourcen zur Vermittlung von Grundlagen im Forschungsdatenmanagement fĂŒr ein Selbststudium und zur Nachnutzung durch Lehrende entwickelt.

5. STACK.nrw: Git-basierter Aufgabenpool fĂŒr STACK-Aufgaben – Dr. Benjamin H. Schulz-Rosenberger und Dr. Michael Kallweit (Ruhr-UniversitĂ€t Bochum)

Git-basiertes Arbeiten - da schlĂ€gt unser FOERBICO-Herz doch gleich höher, denn auch wir versuchen unsere Arbeit ĂŒber Git als Open Source Versionsverwaltungssystem anschlĂŒssfĂ€hig, nachhaltig und transparent zu gestalten (schaut gerne in unser Repo rein 😉). Das Projekt STACK.nrw hat anders als wir allerdings keinen Religionsbezug, sondern legt den Fokus auf den mathematischen Bereich. Sie möchten eine zentrale und dezentrale Infrastruktur schaffen, um einen qualitĂ€tsgesicherten OER-Matheaufgabenpool, die mit STACK erstellt wurden, aufzubauen. DarĂŒber hinaus zielen sie auch auf Vernetzung und Wissensaustausch von Lehrenden bzw. Hochschulen in NRW.

6. Vorstellung und Evaluation des Projekts „DigStat – Digitale Lerneinheiten in der Statistik“ – Farhad Razeghpour (Ruhr-UniversitĂ€t Bochum) und Christian MĂŒller (UniversitĂ€t DĂŒssseldorf)

Mathematisch und auch mit STACK ging es weiter: Wie kann man Studierende und Lehrende im Bereich Statistik unterstĂŒtzen? Dem widmet sich das Projekt „DigStat – Digitale Lerneinheiten in der Statistik“ und hat anwendungsnahe und illustrative digitale OER-Materialien entwickelt, um Grundkenntnisse von statistischen Methoden sowie Anwendungskompetenzen auf fachnahe reale DatensĂ€tze zu erwerben.

Der erste Teil brachte bereits viel neuen Input! Nach der Mittagspause wurden vier parallele Sessions angeboten. Gina entschied sich fĂŒr den Slot „OER in der LehrkrĂ€ftebildung“ von unserem Co-Projekt digiLL_COM aus der OE_COM-Förderrichtlinie:

Welche OER-Angebote gibt es im Bereich der LehrkrĂ€ftebildung? Wie setze ich OER sinnvoll in die eigene Lehre ein und wie kann ich eigene Inhalte als OER bereitstellen? Mit diesen Fragen beschĂ€ftigt sich das Projekt digiLL und möchte bereits in der Ausbildung von LehrkrĂ€ften ansetzen, um offene Bildungspraktiken zu vermitteln. Dabei werden verschiedene Hochschulstandorte miteinander vernetzt und im Bereich der Hochschullehre ein Wahlpflichtkurs entwickelt sowie Lernmodule zur VerfĂŒgung gestellt. Ihr Ansatz: Lernende bzw. Lehramtsstudierende als Produzierende einbeziehen!

Mit dem Abendprogramm „10 Jahre BĂŒndnis Freie Bildung: Feiern & Zukunft gestalten!“ endete der erste Tag voll spannender Impluse und netten GesprĂ€chen!

Tag 2

Start der Barcamp-Sessions: Die Qual der Wahl

Es sind tatsĂ€chlich 55 Sessions an Tag 2 zusammengekommen, da fĂ€llt die Entscheidung nicht leicht! Gina entschied sich fĂŒr folgende Sessions:

Flexible Erstellung von Lehrmaterial

Wie kann ich als angehende Lehrkraft im Lehr-Lernkontext mit OER arbeiten? Welche Skills brauche ich und wo bekomme ich die her? Die Anzahl an Plattformen ist historisch gewachsen, aber dadurch teilweise unĂŒbersichtlich geworden. In der Session wurde diskutiert, welche Anlaufstellen es gibt, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, da ĂŒber Suchmaschinen wie Google kaum OER gefunden werden. OERinfo bĂŒndelt alles und wurde somit als Anlaufstelle Nr.1 genannt. Außerdem gilt es selbst als Multiplikator:in tĂ€tig zu sein, Fortbildungen zu nutzen, aber auch UniversitĂ€ten und andere Anbieter können ZugĂ€nge ĂŒber kleine Informationsangebote leisten. Weitere VorschlĂ€ge: Padlet / Taskcards als Lernbegleiter entlang der 5R (5V) oder ein gemeinsames Wiki als Tool. Auch Feedbackfunktion fĂŒr Materialien ist vielen wichtig! Einzelne Plattformen wie EduTags erlauben Feedback bereits, dennoch stellt sich die Frage, wie wir Communities und Feedbackstrukturen aufbauen können.

Mehr dazu 👉 https://go.oercamp.de/24essen/talk/FRBH3E/

Mit OER bessere ZukĂŒnfte möglich machen - ein Einstieg ins Design Futuring!

Design Futuring ist ein kreativer Ansatz, um ZukĂŒnfte zu entwerfen und zu verhandeln sowie um heutige Entscheidungen zu beeinflussen und aktiv zu werden. Nele Hirsch (ebildungslabor) hat in der Session drei Methoden vorgestellt, die wir gemeinsam erkunden und in Kleingruppen anhand konkreter Ideenentwicklungen ausprobieren konnten.

Die Slides dazu findet ihr hier: https://ebildungslabor.de/slides/designfuturing.pdf

Mehr Infos zum Hintergrund und zum Vorgehen in der Session hier: https://ebildungslabor.de/blog/design-futuring-aus-oer-perspektive/

OER-Autorensysteme

Im Rahmen des digiLL-Projektes sollen bei der OER-Erstellung auch externe Autorinnen und Autoren einbezogen werden. In der Session sind wir der Frage nachgegangen, wie die Partizipation möglichst institutions- und bereichsĂŒbergreifend sowie plattformunabhĂ€ngig gelingen kann.

Mehr dazu 👉 https://go.oercamp.de/24essen/talk/E7FYZ8/

edufeed - Soziale Bildungsinfrastrukturen

Wie ermĂ€chtigen wir Akteure ihre entwickelten Bildungsmaterialien eigenstĂ€ndig bereitzustellen? Dazu hat Steffen Rörtgen (FWU Institut fĂŒr Film und Bild gGmbH) edufeed als Konzept einer sozialen Bildungsinfrastruktur vorgestellt, die es einerseits ermöglicht, Daten zu Bildungsmaterialien zu teilen und andererseits wie bei Mastodon in soziale Interaktion zu treten. Wir finden das klingt nach einem interessanten Konzept und unterstĂŒtzen Steffen bei der Entwicklung!

Mehr dazu 👉 https://go.oercamp.de/24essen/talk/PQHR8U/

Narratives Communitybuilding

In der letzten Session des ersten Tages ging es darum, mit welchen Geschichten und Narrativen wir im Sinne des Storytellings verschiedene Zielgruppen erreichen und unsere jeweilige Community gestalten können. Eins wurde schnell klar: Wortspiele mit OER ziehen nicht, da der Begriff OER gar nicht unbedingt bekannt ist. Außerdem wurde ĂŒberlegt, wie Vorteile von Offenheit so kommuniziert werden können, dass sie die Lebenswelt der heterogenen Bildungsakteure erreicht und zur Partizipation einladen. Ein schwieriges Thema


Ein Highlight noch zum Schluss „Dubai Calling“: Bei der 3rd OER World Congress in Dubai wurde die OER-Strategie des Bundes vorgestellt und Jöran Muuß-Merholz (Agentur J&K) als OERcamp-Korrespondent wurde live zugeschaltet.

Tag 3

Beratschlagung zum Thema „OER im Kontext generativer KĂŒnstlicher Intelligenz (KI)“ (Schwerpunkt beim 3rd World Congress in Dubai)

Der letzte Tag startete im Unperfekthaus in Essen mit drei XXL-Sessions im Barcamp-Format. Gina entschied sich fĂŒr die Session moderiert von Frank Homp und Nele Hirsch zu Community-Beratschlagung zum Thema „OER im Kontext generativer KĂŒnstlicher Intelligenz (KI)“. Dabei wurde in Kleingruppen anhand folgender Leitfragen gebrainstormt:

  1. Wie kann die OER-Community von der aktuellen KI-Entwicklung profitieren?

  2. Was kann die OER-Community im Rahmen der aktuellen KI-Debatte beitragen?

Die Ergebnisse findet ihr unter https://www.oercamp.de/24/offene-ki/

Zum Abschluss des OERcamps fanden noch drei Workshops des BĂŒndnisses Freie Bildung zu Organisationsentwicklung, Offenheitskompetenzen und zukunftsweisende Bildungspolitik statt. Gina nahm am Workshop „Organisationsentwicklung“ von Celestine Kleinesper (BĂŒndnis freie Bildung) & Matthias Kostrzewa (digiLL) teil.

Worum es ging, erfahrt ihr hier đŸŽ„

Video auf YouTube

Mehr dazu 👉 https://go.oercamp.de/24essen/talk/DYGB3F/

Damit ging das OERcamp zu Ende! Es hat großen Spaß gemacht und der Kopf raucht vor lauter neuen Impulsen und Ideen, die wir in unserem FOERBICO-Projekt mit einfließen lassen wollen đŸ€Ż Wir freuen uns aufÂŽs nĂ€chste Mal đŸ€©

Ihr findet das klingt spannend und wollt mit dabei sein?
Hier die OERcamp-Termine fĂŒr 2025:


Write a comment
No comments yet.