Pommes, Preise, Bitcoin: Ein Gefühl kehrt zurück
Wusstest du, dass einer meiner ersten Jobs nach der Schule 7,05 € die Stunde bezahlt hat?
2009, kurz nach dem Start des Bitcoin-Netzwerks, unterschrieb ich meinen Arbeitsvertrag bei McDonald’s. Das war noch vor der Einführung des Mindestlohns. Ich trug Sicherheitsschuhe, roch nach Pommes und hörte stundenlang das Piepen der Fritteusen im Ohr.
Ich erinnere mich an eine Kollegin, die am Ende des Monats kein Geld mehr für Essen hatte. Ein anderer Kollege brachte ihr eine Tupperdose mit Nudeln mit – für zu Hause.
Damals spürte ich schon: Irgendwas stimmt hier nicht. Ich konnte es noch nicht benennen, aber das Gefühl war sehr konkret. Mit dem Start meines Studiums in Mannheim verschwand es wieder – für einige Jahre.
Während ich meinen YouTube-Kanal vorbereite, ist das Gefühl wieder da – und ich kann es jetzt in Worte fassen. Bald erzähle ich mehr! Hat übrigens auch was mit Bitcoin zu tun – versprochen…
MEINE HEART WORDS DER WOCHE
1. Eine verpasste Chance
Der nächstgelegene Supermarkt in meiner Umgebung ist ein Penny – und ich staune jedes Mal aufs Neue, was man dort alles erleben kann. Eine meiner einprägsamsten Begegnungen hatte ich mal an der Kasse mit einem jungen Mann, der seelenruhig 20 Packungen Körnerkäse aufs Band legte. Auf meine Nachfrage bestätigte er, dass er vorhabe, sie alle selbst zu essen. Es sei zu einer kleinen Obsession geworden.
Letzten Dienstag sprach mich ein anderer Kunde an der Kasse an. Er zeigte auf meine große Packung Erdbeeren und merkte an, dass sie ja nur halb voll sei. Er echauffierte sich über diese Verbrauchertäuschung, wie er es nannte. Wir kamen ins Gespräch und landeten schließlich bei den steigenden Preisen für Lebensmittel, Obst und Gemüse.
Als ich später mit den Erdbeeren in der Tasche zu meinem Fahrrad ging, ärgerte ich mich: Warum hatte ich eigentlich Bitcoin nicht erwähnt? Ein kurzer Satz – Deshalb spare ich in Bitcoin – hätte vielleicht gereicht, um eine Tür zu öffnen. Aber ich ließ es bleiben.
In letzter Zeit frage ich mich fast täglich, ob es nicht so etwas wie eine moralische Verpflichtung gibt, über Bitcoin zu sprechen, wenn das Thema gerade passt. Und gleichzeitig kommt mir dieser Gedanke furchtbar missionarisch vor. Vielleicht gibt es hier – wie so oft – keine eindeutige Antwort.
Was sagst du? Was hättest du getan?
2. Ein Weg aus der Einsamkeit
Diese Woche hatte ich zum zweiten Mal die Gelegenheit, per Zoom mit einer Gruppe älterer Menschen über Bitcoin zu sprechen – den Versilberern, wie sie sich selbst mit einem Augenzwinkern nennen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 65+ waren hochengagiert, stellten kluge und kritische Fragen und begegneten dem Thema mit bemerkenswerter Offenheit.
Der Austausch kam über den Verein Wege aus der Einsamkeit zustande, dessen Ziel es ist, dass Menschen in jedem Alter sich auf ein langes Leben freuen und es möglichst selbstbestimmt gestalten können.
Ich war tief beeindruckt von der Neugier, dem Wissen und der Lebensfreude in der Runde. Mit solchen schönen Begegnungen verliert das Älterwerden seinen Schrecken.
Wer Kontakt zum Verein aufnehmen möchte, kann sich über LinkedIn an Dagmar Hirche wenden.
*Bild ist KI-generiert mit ChatGPT
3. Ein Antrag
Am Montag hatte ich endlich alle Unterlagen zusammen, um meinen Antrag auf Gründungszuschuss einzureichen. Der dazugehörige 35-seitige Businessplan enthält das Wort Bitcoin sage und schreibe 153 Mal. Wirklich – kein Witz! Ich würde zu gerne das Gesicht derjenigen Person beobachten, die meine Dokumente lesen darf.
Kritische Stimmen in meinem Umfeld behaupten, dass der Antrag mit Bitcoin als Unternehmensgegenstand sicher nicht genehmigt werde… Ich bleibe trotzdem zuversichtlich und halte dich hier auf dem Laufenden.
4. Eine Buchempfehlung
Wer tief in den Bitcoin-Kaninchenbau eintaucht, stößt unweigerlich auf Antworten zu einigen der drängendsten Fragen unserer Zeit. Themen wie Inflation, die zunehmende soziale Ungleichheit, staatliche Zensur oder die wachsende Kontrolle über unser Leben – all das sind Herausforderungen, für die Bitcoin eine Lösung liefern kann.
Doch so revolutionär diese Technologie auch ist, sie ist kein Allheilmittel für sämtliche Probleme unserer Welt – auch wenn einige Neulinge zu Beginn dazu neigen, genau das zu glauben.
Insbesondere im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen stößt Bitcoin an seine Grenzen. Es wird kaum unsere Fähigkeit verbessern, mit anderen Menschen gute und aufrichtige Verbindungen einzugehen. Der mexikanische Autor Don Miguel Ruiz geht in seinem Buch Vollendung in Liebe: Von der Kunst, mit sich und den anderen glücklich zu werden genau diesem Thema auf den Grund. Auf eindringliche Weise beschreibt er, wie tief sitzende emotionale Verletzungen, destruktive Überzeugungen und die Angst vor Ablehnung uns daran hindern, wahre Nähe zuzulassen und erfüllte Beziehungen zu leben.
Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen – nicht nur als Kontrastprogramm zur rationalen Bitcoin-Welt, sondern als hilfreichen Impuls zur inneren Heilung. Denn wer sich selbst versteht und akzeptiert, schafft auch im Außen gesündere Verbindungen. Und vielleicht ist das – neben einem freien und zuverlässigen Geldsystem – genau die Art von Wandel, den unsere Gesellschaft dringend braucht…
5. Ein Zitat
Zur passenden Stunde, am richtigen Ort – Bitcoin findet die, die es brauchen. – Leon Wankum
Leon ist ein junger Unternehmer mit akademischem Hintergrund in Philosophie und Ethik. Schon früh beschäftigte er sich mit Bitcoin und untersuchte in seiner Masterarbeit, wie die Technologie Menschen in instabilen Finanzsystemen helfen kann.
Heute verbindet er dieses Wissen mit seiner Erfahrung im Immobilienbereich und zeigt, wie sich beides – Immobilien und Bitcoin – sinnvoll ergänzen lässt. Sein Originalzitat findest du hier.
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Hab einen schönen Sonntag oder eine schöne Woche – ganz egal, wann du diese Worte liest.
Nicole ❤️
Ich bin Nicole, Wirtschaftsmathematikerin und Ex-Angestellte aus dem Schwarzwald. Meinen Job als Data Analystin habe ich an den Nagel gehängt, um über Bitcoin aufzuklären – weil es alles auf den Kopf gestellt hat.
Heute sehe ich die Welt mit neuen Augen.
Heart Money – das ist mein Newsletter zum gleichnamigen Podcast auf YouTube. Es geht um hartes Geld. Und um das Geld des Herzens.
Ich schreibe über Bitcoin, Gesellschaft und das, was mich bewegt.
Hier teile ich Gedanken, Anregungen, Videos und Fundstücke rund um eine Technologie, die uns ermutigt, wieder Verantwortung zu übernehmen – für uns selbst und für die Zukunft.
Sonntags auf Substack, montags auf NOSTR.
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