Elf Minuten auf dem Boden

Heart Words #43 | Satoshis und Shavasana
Elf Minuten auf dem Boden

Die Zeit verläuft nicht linear – Zeit ist zyklisch.

Dieser Satz ist mir schon oft begegnet: sowohl in der Physik als auch in spirituellen Kontexten. Früher erschien mir diese Aussage falsch. Wie die meisten Menschen stellte ich mir Zeit wie einen Zeitstrahl vor. Ein Moment folgt dem nächsten. Sekunde für Sekunde zieht wohlgeordnet an uns vorbei – tick, tack, tick, tack.

Vor zwei Jahren wurde mein Verständnis von Zeit erschüttert. Während einer Magic-Mushroom-Zeremonie habe ich erlebt, dass Zeit nichts anderes ist als ein Konzept. Dass Zeit sich „auflösen“ kann. Ich erlebte mich als Schöpfer und Schöpfung – gleichzeitig.

Seitdem glaube ich zu verstehen, was Christen mit „Dreifaltigkeit“ meinen. Was Religionslehrer, Priester und andere schlaue Menschen mir in mehr als 30 Jahren nicht vermitteln konnten, hat mir ein Pilz gezeigt. Verrückt.

Die letzten Wochen haben sich für mich oft so angefühlt, als wäre ich in der Zeit zurückgereist. Ich habe alte Muster an mir beobachtet, von denen ich dachte, sie längst abgelegt zu haben. Alte Ängste. Alte Gedanken. Alte Schutzmechanismen.

Interessanterweise kann man diesen Umstand seit Monaten auch im Bitcoin Space beobachten: alte Fake News, alte „Bitcoin geht gegen null“-Schlagzeilen, altbekanntes Desinteresse – weil der Preis nicht dort steht, wo er Aufmerksamkeit erzeugt.

Die Zeit ist eines der seltsamsten abstrakten Dinge, über die man nachdenken kann. Und vieles, was wir der Zeit unterstellen, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als falsch…

Einer, der sich wie kaum ein anderer mit dem Wesen der Zeit und der Gegenwart beschäftigt hat, ist der Bewusstseinslehrer Eckhart Tolle. Ich habe zwei seiner Bücher gelesen, die meine Wahrnehmung von Zeit nachhaltig verändert haben. Nächste Woche erscheint dazu endlich die schon lange angekündigte Heart Words-Sonderausgabe.

MEINE HEART WORDS DER WOCHE

1. Ein Renditeverzicht

Menschen lieben Planbarkeit und Sicherheit. Anders ist der Hype um Strategys neuestes Produkt STRC („Stretch“ ausgesprochen), das aktuell eine jährliche Dividendenrendite von 11,5% bietet, kaum zu erklären. Selbst einige passionierte Bitcoiner aus meinem Umfeld sind investiert und nehmen neben dem Währungsrisiko auch in Kauf, langfristig auf eine höhere Rendite durch den Wertzuwachs von Bitcoin zu verzichten.

Ich wollte wissen, was diese Planbarkeit kostet, und habe STRC gegen eine konservative „Buy, Borrow, Die“-Strategie mit Bitcoin antreten lassen – jeweils mit 120.000 Euro Startkapital.

Das Ergebnis: Planbarkeit wirkt zunächst komfortabel – kann langfristig aber ziemlich teuer werden. Der Unterschied liegt bei über einer Million Euro. Nach nur zehn Jahren. Die Details findest du im neuen Heart Money-Video.


Heart Money Episode 41 ▶️ Was STRC dich langfristig kostet


2. Ein Satoshi-Einkauf

Ich war skeptisch, dass es reibungslos funktionieren würde – aber es lief super! Diese Woche habe ich zum ersten Mal Bitrefill ausprobiert und meine Einkäufe im Supermarkt indirekt mit Bitcoin bezahlt.

Bitrefill ist ein Anbieter, über den man mit Bitcoin (und anderen Kryptowährungen) Gutscheine kaufen kann – zum Beispiel für Supermärkte, Drogerien, Streamingdienste oder Reisen. Statt direkt an der Kasse mit Bitcoin zu zahlen, kauft man vorab einen digitalen Gutschein und löst diesen anschließend wie einen Geschenkgutschein ein.

Für meine Podcasts Bitcoin kurz erklärt und Heart Money erhalte ich auf Fountain regelmäßig kleine Beträge in Satoshi. Meistens bringe ich sie auf Bitcoin-Events oder in Restaurants, in denen man mit Bitcoin bezahlen kann, wieder in Umlauf. Aber das geht eben auch über Bitrefill-Gutscheine.

Als ich den Barcode auf meinem Handy an den Scanner der Supermarktkasse hielt, stellte ich mich innerlich schon auf Erklärungsbedarf oder irgendein technisches Hindernis ein. Aber beides blieb aus. Der Gutscheinbetrag wurde direkt an der Kasse abgezogen, den Rest konnte ich bar bezahlen. Seltsamerweise fühlte ich mich während meines Einkaufs wie ein Agent auf geheimer Mission – dabei hatte ich einfach nur ein paar Satoshi in Lebensmittel getauscht…

Zur Auswahl stehen übrigens Kaufland, Rewe und Penny. In der Schweiz kann man seine Satoshi an vielen Orten sogar direkt in Lebensmittel verwandeln – ohne den Umweg über Gutscheine. Die Supermarktkette Spar macht es möglich: Seit 2025 akzeptieren erste Filialen Bitcoin-Zahlungen, unter anderem über Lightning. Inzwischen wurde das Angebot auf zahlreiche Schweizer Standorte ausgeweitet.

3. Eine „Mail-Wallet“

Bei der Erstellung eines Gutscheins mit Bitrefill ist übrigens die Angabe einer E-Mail-Adresse erforderlich. Es ist ratsam, dafür eine echte Adresse zu verwenden, damit man jederzeit Zugriff auf den Gutschein behält, solange er noch nicht eingelöst wurde.

Um die eigene Privatsphäre besser zu schützen, eignet sich dafür zum Beispiel Proton. Den Schweizer Anbieter habe ich bereits vor zwei Wochen in meinem Newsletter erwähnt. Mittlerweile nutze ich Proton selbst.

Die Erstellung einer Proton-Mail-Adresse fühlt sich fast ein bisschen an wie die Einrichtung einer Bitcoin-Wallet: Man wählt einen Nutzernamen, legt ein starkes Passwort fest und erhält anschließend Zugriff auf ein digitales Postfach, das nicht an die eigene bürgerliche Identität gebunden ist. Persönliche Angaben wie Name, Adresse oder Geburtsdatum sind dafür nicht erforderlich.

Und dann kommt der Moment, der Bitcoinern bekannt vorkommen dürfte: Proton erstellt eine sogenannte Recovery Phrase – eine Wiederherstellungsphrase aus zwölf Wörtern. Sie funktioniert nicht exakt wie eine Bitcoin-Seedphrase, erfüllt aber einen ähnlichen Zweck: Wer den Zugang verliert, kann damit das Konto und die verschlüsselten Daten wiederherstellen. Entsprechend sollte man sie nicht einfach irgendwo abspeichern, sondern sicher verwahren.

Völlig anonym ist der Prozess allerdings nicht: Wie jeder Online-Dienst kann auch Proton technische Daten wie IP-Adressen erfassen.

Es gibt übrigens auch eine kostenlose Option, falls du deine E-Mails künftig etwas privater organisieren möchtest. Proton beschreibt seinen Free-Tarif als dauerhaft kostenlos, allerdings mit geringeren Speicherlimits und weniger Zusatzfunktionen als die Bezahlversionen. Den Proton-Dienst findest du hier.


Eine Werbung

Wenn du Firefish testen möchtest, ist gerade ein besonders guter Zeitpunkt: Neue Nutzer zahlen auf den ersten Bitcoin-besicherten Kredit 0% Gebühren statt der üblichen 1,5%. Die Aktion gilt noch bis 30. April 2026.

*Elf Minuten auf dem Boden* | *Hintergrund mit KI generiert* ✨ --- ##### 5. Ein Zitat > „Bitcoin erscheint riskant – bis man sich mit Fiatgeld beschäftigt.“ *– Jeff Swanson* ![](https://substackcdn.com/image/fetch/\)s_!b56z!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F4e9b5a22-3e4a-4951-90e1-c23c29331d9f_980x188.png" alt="" />Link zum Post


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Hab einen schönen Abend oder eine gute Woche – ganz egal, wann du diese Worte liest.

Nicole ❤️


Veröffentlicht am 27. April 2026 auf Substack.


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Die Bedeutung dieser „Einschübe“ (die Einleitung und Punkt 4) hat mir sehr gut gefallen ✨. Danke fürs teilen 🍵.

Reply to Omar-VgWs ⓥ ₿…

Vor zwei Jahren wurde mein Verständnis von Zeit erschüttert. Während einer Magic-Mushroom-Zeremonie habe ich erlebt, dass Zeit nichts anderes ist als ein Konzept. Dass Zeit sich „auflösen“ kann. Ich erlebte mich als Schöpfer und Schöpfung – gleichzeitig.

Seitdem glaube ich zu verstehen, was Christen mit „Dreifaltigkeit“ meinen. Was Religionslehrer, Priester und andere schlaue Menschen mir in mehr als 30 Jahren nicht vermitteln konnten, hat mir ein Pilz gezeigt. Verrückt.