Drehbuchfreie Langzeitgespräche

Wie konnten Sie es wagen und zulassen, was da alles über Deutschland gesagt wurde, und das ausgerechnet so nah an der Woche der Meinungsfreiheit?
Drehbuchfreie Langzeitgespräche

Rund 3,5 Millionen Aufrufe eines dreistündigen Videos. Geht gar nicht! Ja, wo kommen wir denn da hin, wenn jeder sagen darf, was er will. Und das auch noch so nahe an der Woche der Meinungsfreiheit. Wer hat den vorher überprüft, ob das wahr ist, was der, dessen Namen man nicht sagen darf, weil sonst der Zauber der Demokratie zusammenbricht, gesagt hat?

Wo bleibt die Verantwortung? Man kann doch nicht mit jedem reden! Da wurden Grenzen der Meinung überschritten! Das ist Deutungshoheitszersetzung!

Was soll man davon halten, dass da so Einer so Einem drei Stunden Zeit gibt und ihn unverschämterweise sogar ständig ausreden lässt? Was ist das für eine Gesprächskultur?

Und was ist das überhaupt für ein Format? Sieht sich der Ben eigentlich überhaupt keine Talk-Shows im öffentlich-rechtlichen Rundfunk an? So wird‘ gemacht und nicht anders! Wir zeigen doch, wie es geht und richtig ist: Drei gegen Einen und „immer druff“, so geht Dialog.

Es kommt noch nicht einmal auf den Inhalt an, das Format ist das Problem, ein Problem für Unseredemokratie, die einen klaren Rahmen vorgibt, an den man sich gefälligst verantwortungsvoll zu halten hat.

Es ist die Empörung darüber, dass jemandem, der so gar nicht Systemsprech verbreitet, so viel Raum gegeben wird. Das könnte Menschen zum Nachdenken anregen, und das will man nicht, weil doch schon alles so schön vorgedacht ist, und da kommt einer daher und sprengt den Rahmen. Da hat doch jemand glatt seine Informationen nicht aus den staatlichen Vergabestellen bezogen, ja noch nicht einmal vorab eine Genehmigung eingeholt, geschweige denn, ein Script erstellt und um Freigabe der Fragen bei der Meinungsexperten-Kommission angesucht.

Im Gegensatz zur allgemeinen, offiziellen Praxis, in der gerne Teile einer Vorgeschichte weggelassen werden (siehe Ukraine-Konflikt), legt Ben Wert darauf, dass Aussagen, die die Vergangenheit betreffen, nicht in dem danach Gesagten untergehen und übergangen werden, sondern er hakt nach, wenn es ihm wichtig erscheint, noch einmal etwas tiefer und genauer auf einen bestimmten Punkt einzugehen. Das mag für die System-Journalisten und -Moderatoren befremdlich wirken, wenn der Interviewte 98 Prozent der Zeit redet, und der Moderator, besser der aufmerksam Zuhörende (das merkt man an den Nachfragen), vielleicht nur 2 Prozent der gesamten Redezeit einnimmt.

Ein 3-Stunden-Talk im Propagandafunkt? Undenkbar und unbezahlbar, da braucht man schon einige Milliarden Zwangsgebühren mehr, um so was auf die Beine zu stellen. Vorausgesetzt, man wollte überhaupt, aber man will so was unter keinen Umständen, Gott bewahre!

Ja, als der Bill Gates 10 Minuten Sendezeit in der tagesschau während der Corona-Inszenierung bekommen hat, das war natürlich etwas anderes. Da ging es ja darum, die Bevölkerung aufzuklären, zu retten und auf Linie zu bringen. Bitte alle schön mitmachen, wir wissen, was gut für euch ist! Und wenn Billy-Boy was sagt, als Wohltäter der Menschheit selbstverständlich vollkommen uneigennützig, dann hat das schon Gewicht. Billy, rette uns, sag uns, was wir tun sollen!

Interessiert Zuhören und die Konzentration über Stunden halten, das wäre vielleicht einmal etwas, was unsere Regierungsdeppen auch einmal üben sollten. Am besten im Austausch mit dem Volk (was war das noch mal?), das sicher einiges zu sagen hätte. Das wäre dann ein ganz normaler Dialog zwischen Bürger und Regierenden, wie er in einer Demokratie, die ihren Namen verdient hätte, normal sein sollte.

Wenn die Deutungshoheitsverlustängste zu groß werden, hilft es nur noch Faschist zu rufen, denn schon die kleinen Rotzgören fangen an zu spucken, wenn ihnen sonst nichts mehr einfällt.

Die Reaktion von der „Faden“ zeigt einmal mehr, wie sehr wir an der Nase herumgeführt werden sollen, und sie stellt gleichzeitig ein Armutszeugnis aus, das zeigt, wie weit der Meinungsfreiheit schon die Luft abgeschnürt ist. Die Angst im Wahrheitsministerium wächst, davor, dass man die Kontrolle verlieren könnte. Deshalb muss auch von denen, die sicher wissen, was gut für das Volk ist, sorgfältig vorsortiert werden, was es erfahren darf, um nicht einen psychischen Schaden davonzutragen.

„Ich liebe, ich liebe doch alle Menschen. Ich liebe doch - ich setze mich doch dafür ein.“, verliert jetzt auch in der Demokratisch Demokratischen Republik an Glaubwürdigkeit.

Nein, ihr liebt das Volk nicht, ihr liebt auch nicht die Meinungsfreiheit, ihr liebt auch nicht die Demokratie. Das einzige, was ihr liebt, ist die Macht, und die wollt ihr um keinen Preis verlieren. Ihr wollt euer einseitig, ideologisch vergiftetes Denken nicht ändern, weil das eure scheindemokratische Unseredemokratie wie ein Kartenhaus zusammenbrechen lassen würde.

Ihr habt euch gedanklich in etwas verrannt, von dem ihr insgeheim sogar wisst, dass ihr da niemals unbeschadet wieder herauskommen könnt. Darum nennt ihr jeden Unsinn, den ihr massenweise verzapft, notwendig für eine wehrhafte Demokratie, in der Meinung ihre Grenzen haben muss und man nach eurer Vorstellung verantwortungsvoll mit dem umgehen soll, was man der Öffentlichkeit präsentiert. Besonders dann, wenn sich jemand erdreistet, eure Unfehlbarkeit anzuzweifeln.

Das Wehrhafte jedoch seid ihr selbst, ihr wehrt euch mit aller Kraft gegen die Verantwortung für den unbeschreiblichen Schaden, den ihr durch den zum Himmel stinkenden Mist, den ihr verursacht habt, der Demokratie zugefügt habt.

Ihr empört euch darüber, dass einer Persona non grata Raum gegeben wurde, und habt dabei vergessen, dass das in einem freien Land, so es denn eines wäre, die normalste Sache von der Welt wäre, sogar, wenn es sich um Unsinn oder gar Lügen handeln würde.

Eine gesunde Demokratie würde das locker wegstecken. Muss sie sich empören, dagegen wehren oder gar Rahmen vorgeben, stimmt etwas nicht mehr mit der Demokratie, deren fester Bestandteil die Rede-, Presse- und Meinungsfreiheit ist.

Nein, von dieser Seite nicht wirklich eine Empörung, mehr eine Tatsachenfeststellung und sehr viel Trauer darüber, wie sehr die Schieflage schon vorangeschritten ist und wie zunehmend steiler es Richtung Abgrund geht.

Es kommt einem langsam so vor, als ob aus einer Mischung der vorläufig dunkelsten Zeiten Deutschlands, der DDR und einer Prise Mussolini ein neues Staatssystem zusammengebraut werden soll, das Unserdemokratische Deutschland, ein Land mit betreutem Denken, Fühlen und Wollen und zertifizierten Textbausteinschablonen, mit denen man das Systemsprechen üben kann.

Wollt ihr alle in den Knast stecken, die da nicht mitmachen wollen? Glaubt ihr wirklich, die Menschen lassen sich das auf Dauer gefallen? Braucht ihr vielleicht auch den Aufwuchs der Bundeswehr, weil ihr Schiss vor uns Bürgern habt? Verlassen so viele Menschen Deutschland, etwa, weil sie sich so wohl in einem Land fühlen, das nicht mehr wiederzuerkennen ist?

 

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(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

 

(Wem meine Artikel gefallen, bitte teilen. Und ich wehre mich nicht gegen eine Satoshi-Unterstützung nach eigenem Ermessen. Danke!)

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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)


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