Die Woche der Meinungsfreiheit vom 3. bis 10. Mai 2026

Alles hat seine Grenzen. Niemand kann erwarten, dass Unsinn, der einen Staat zu Unrecht in ein schlechtes Licht rückt, einfach so hingenommen wird, wo er es doch nur gut mit seinen Untertanen meint
Die Woche der Meinungsfreiheit vom 3. bis 10. Mai 2026

Man glaubt es kaum. Eine Woche lang keine Propaganda, Kritik erwünscht, Aussetzung des DSA – Digital Services Act, Dialog, Ausreden lassen, kritische Stimmen auch im öffentlich-systemkonformen Rundfunk, Wertschätzung der Meinung des Anderen, demokratische Verhältnisse, ein Ringen um die besseren Argumente, herrlich zum Himmel schreiender Unsinn, man darf sogar ganz offiziell lügen?

Ganz ruhig bleiben, so war das nicht gemeint, denn diese Woche steht unter dem Motto. „Was ist wahr?“

Dank der vereinigten Kräfte etablierter Staats-Sponsoren soll eine sichere Hängebrücke entstehen, schmal und ohne Geländer, also immer schön ein Schritt vor den anderen, in der Mitte des Steges, sonst stürzt man ab in die Schlucht. Breiter und mit Geländer wäre vielleicht besser gewesen, aber dann hätte der Korridor den Reiz des Abstürzens verloren. Und ein gewisser Nervenkitzel muss schon dabei sein.

Es hat sich herausgestellt, wohlmöglich sogar wissenschaftlich begründet, dass eine Gesellschaft auf ein Mal klare Grenzen braucht, um nicht zuletzt den Zusammenhalt und die Demokratie zu schützen.

Wichtig dabei die Frage der Meinungsfreiheitspezialisten, wo Meinung endet und wo Verantwortung beginnt?

(Eine sicher unberechtigte Gegenfrage: Was ist gesellschaftlich aus Sicht der Wissenden passiert, dass eine Meinung überhaupt enden muss, ist die freie Äußerung derselben doch untrennbarer Teil einer funktionierenden Demokratie. Oder ist die inzwischen schon aufgrund des grassierenden, staatlichen Wahnsinns, wie einige, die die Unseredemokratie immer noch nicht verstanden haben, behaupten, so wackelig geworden, dass sie mit Schweige- und Verbotsbalken gestützt werden muss?)

Aus Sicht der Deutungshoheitlichen ist zu verstehen, dass an die Verantwortung appelliert werden muss, notwendigerweise mit moralisierendem erhobenem Zeigefinger, (denn rüttelt man zu sehr, kann das Kartenhaus zusammenbrechen, und davor hat man wohl ziemlich viel Angst. Mit etwas Phantasie könnte man den Appell an die Verantwortung auch als Warnung, wenn nicht gar Drohung interpretieren: Lehn‘ Dich ja nicht zu weit aus dem Fenster, das könnte böse ausgehen für Dich!)

Da fällt einem doch gleich die ethische Dame mit dem roten Kleid ein, die auf einer Pressekonferenz freundlicherweise den anwesenden Journalisten noch einmal sehr deutlich in Erinnerung gebracht hat, dass sie auch zu der Gruppe gehören, die brav in einem Boot mit gerudert sind.

Nach Ansicht der selbsternannten Denkbetreuer besteht die Freiheit wohl eher darin, sich eine staatlich zertifizierte Meinung aussuchen zu können, ganz frei und ungezwungen: Greif gerne zu, lieber Untertan, wir stellen Dir ein reichhaltiges Angebot an Meinungen zur Verfügung!

Das erinnert an ein irgendwo bereits schon einmal aufgeführtes Zitat von Henry Ford: Sie können die Tin Lizzy in jeder Farbe haben, vorausgesetzt es ist schwarz, (weil es die Tin Lizzy nur schwarz lackiert gab).

In der Woche der Meinungsfreiheit werden verschiedene Meinungen vorgestellt, die man sich ganz individuell im Baukastensystem zu seiner eigenen Meinung zusammenstellen darf.

Im Vorfeld wurde geprüft, dass jeder systemkonforme Meinungsbaustein mit jedem anderen kompatibel ist und es zu keinerlei Verhakungen kommt, die innerhalb des gesetzten Rahmens zu Unstimmigkeiten führen könnten. So wird ein Herankommen an die Grenzen der Meinung vermieden, und man bleibt sicher innerhalb des Möbiusbandes. Die Auswahl der Meinungsbausteine wurde selbstverständlich mit größter Sorgfalt und Verantwortung ausgewählt.

Weiter gibt es so viele Kombinationsmöglichkeiten, dass es vollkommen unnötig wird, sich aufgrund anderer Quellen eine eigene Meinung zu bilden, was vielen sehr entgegenkommt, weil es viel sicherer und vor allem bequemer ist, auf staatlich-geprüfte, zertifizierte Meinungsbausteine zurückzugreifen, statt sich selbst die Mühe zu machen, in einem vollkommen freien Informationszugang, in mühevoller Kleinarbeit, sich selbst ein Bild zu erstellen.

Ein guter Leitfaden sind stets die Nachrichtensendungen im ÖRR, die in enger Abstimmung mit der demokratisch demokratischen Einheitspartei, vor allem mithilfe des Rundfunkrats, wertvolle Hinweise liefern, welcher Meinungsbaustein aktuell besonders wichtig ist und von dem gewünscht wird, dass er sich möglichst weit in der Untertanenschaft verbreitet.

Wer Statements hören will, die besonders nahe an der Schmiede der Meinung sind, der lausche den Verlautbarungen der Bundespressekonferenz, in der man ganz hervorragend beobachten kann, wie mit Fragen, die im geschlossenen Meinungssystem nicht vorgesehen sind, umgegangen wird. Dank Florian Warweg können die Sprechorgane stetig üben, wie man auf konkrete Fragen möglichst unkonkret antwortet. (Wie genau, wird übrigens nach gewohnter Bundespressekonferenz-Manier nachgereicht.)

In der Bundespressekonferenz kann auch immer wieder getestet werden, wie gut die geschlossene Meinungsfreiheit funktioniert und sich selber schützt.

In der Woche der Meinungsfreiheit könnte auch der gemeinwohlorientierte Journalismus vorangebracht werden. In Verantwortung und durch Einschätzung von Meinungsexperten, könnte festgelegt werden, was überhaupt noch als Journalismus innerhalb eines moralischen Raumes gelten darf. Alles andere würde ja einen großen Teil des Stimmviehs verunsichern.

Gemeinwohlorientierter Journalismus ist ein Instrument der Ausgrenzung im positivsten Sinne, denn alles, was den Charme einer Nestbeschmutzung hat, kann eliminiert werden.

Es ist daher gut, dass systemtreue Erfüllungsgehilfen die Deutungshoheit besitzen, damit sie festlegen können, wer dazu gehört und wer nicht.

Selbstverständlich gehört die NSDAP zu den bisher dunkelsten Zeiten Deutschlands. Dennoch finden sich in einem 25-Punkte-Plan Aussagen, die, selbstverständlich auf demokratische Verhältnisse angepasst, nützliche Ideen liefern könnten. So sollte in dem Plan die politische Lüge bekämpft werden. Was damals in der Diktatur erprobt wurde, kann heute, natürlich nur unter demokratischen Vorzeichen, auch von großem Nutzen sein. Zur Einhaltung der Grenzen, also wo Meinung endet, könnte man aus demokratischen Gründen auch Zeitungen verbieten, die gegen das staatlich definierte Gemeinwohl verstoßen.

Und es könnte auch in einer Demokratie nicht schaden, wenn die Presse allgemein, die Kunst und die öffentliche Meinung, verantwortungsvoll und grundgesetzkonform kontrolliert würden. Das wäre ebenfalls ein auf die heutigen zu tiefst demokratischen Verhältnisse angepasster Punkt aus dem damaligen Plan.

Für eine intakte Gesellschaft, ist es wichtiger, was der Gemeinschaft nützlich ist, weniger, ob es wahr oder falsch ist. Logik kann so bestechend sein!

Und noch einmal: Selbstverständlich hat Deutschland heute ein anderes System, aber die durch Experten auf die heutige Zeit angepasste Denkfigur kann so in anderer Form einen nützlichen Beitrag für Unseredemokratie leisten.

Journalismus im Allgemeinen sollte an moralische Bedingungen geknüpft sein. Es reicht nicht, sorgfältig zu recherchieren und dann zu publizieren, schließlich hat man eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Wer sich als stallfremd herausstellt, muss ausgeschlossen werden, damit der Informationsfluss nicht durch verwirrende andere Informationen verschmutzt wird.

Wer hier Zensur wittert, ist von vorn herein schon auf dem Holzweg, denn es handelt sich lediglich um eine objektive Einordnung, die gerne auch wissenschaftlich begründet sein darf, damit die Objektivität zusätzlich unterstrichen wird.

Gemeinwohlorientierter Journalismus fängt bereits im Kinderfernsehen an, wo die kleinen Racker schon frühzeitig und behutsam herangeführt werden, welchen Kurs erwachsene Entscheidungsträger, die viel gescheiter sind, als die kleinen Unseredemokraten, für sie vorgesehen haben. Wer hier von Indoktrination spricht, hat den Kern und denn Sinn dieser wichtigen Aufgabe nicht verstanden.

Durch die zahlreichen Fake-News, die Verschwörungstheorien, von denen keine einzige wahr geworden ist, hat sich herausgestellt, dass die Untertanen vor verwirrenden Meinungsäußerungen geschützt werden müssen. Besonders die, die der politischen Richtung entgegenstehen, müssen unter allen Umständen von ihnen ferngehalten werden, weil sie die Stimmung in der Gesellschaft vergiften. Eine erneute Spaltung der Gesellschaft kann so verhindert werden. Ein einiger deutscher Staat beinhaltet Bürger, die alle an demselben Strang ziehen, damit es immer vorwärts und nimmer rückwärts geht.

Viele kennen noch den Spruch der Eltern, wenn es hieß, dass man spätestens um 22 Uhr zuhause zu sein hatte: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Insofern wäre es gar nichts Neues, wenn Vertrauen durch Kontrolle auch im Konsum von Informationen ersetzt werden würde, da sie nur zum Besten Aller gereicht.

Wer möchte nicht zu einem sozialen Umfeld gehören. Ein normativer Rahmen bietet hierfür beste Voraussetzungen, dass man sich zugehörig fühlen darf. Kritik muss da erst gar nicht widerlegt werden, denn sie wird von ganz alleine aus dem Raum gedrängt, was ein harmonisches Miteinander nur fördern kann.

Wer behauptet, dass kritische Meinungen den öffentlichen Raum beschädigen, wenn sie unterdrückt werden, liegt falsch. In einer funktionierenden Unseredemokratie müssen kritische Meinungen nicht ausgehalten werden, sondern als solche empfunden werden, die den breit angelegten Meinungskorridor verantwortungslos überschreiten.

Die Woche der Meinungsfreiheit will unter anderem auch beweisen, dass es nicht stimmt, wenn kritische Geister, unsolidarisch behaupten, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland inzwischen so frei ist, wie die Demokratie in der Deutschen Demokratischen Republik demokratisch war.

Dass rund die Hälfte der Deutschen meint, sie könne ihre Meinung nicht mehr frei äußern, liegt nur daran, dass man ihr die Grenzen der Meinung und die Verantwortung für das, was man zu sagen hat, nur noch nicht gut genug erklärt hat. Die Woche der Meinungsfreiheit soll dazu beitragen, dass sich das sehr schnell endlich ändert.

In der Frankfurter Paulskirche, an diesem geschichtsträchtigen Ort, in dem die Eröffnung der Woche der Meinungsfreiheit zelebriert wurde, soll angeblich der Putz von der Decke gefallen sein, ob des erbitterten Kampfes um demokratische Verhältnisse und gegen die Delegitimierer des Staates.

Hier noch die Informationen aus erster Hand von den moralisch einwandfreien Gutenden und denjenigen, denen man dankbar sein muss, dass sie sich als großzügige Sponsoren für eine unseredemokratiefreundliche Meinungsfreiheit zur Verfügung gestellt haben:

https://woche-der-meinungsfreiheit.de/

 

 

 

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(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)


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