Wandelbarer Faschismus

Ein Phänomen, das gleichzeitig da und nicht wirklich greifbar ist
Wandelbarer Faschismus

Der Faschismus ist eine Erscheinung, die in viele verschiedene Gewänder gekleidet sein kann. Es gibt keine in Stein gemeißelte Definition.

Am besten hierzu passt das Zitat von Ignazio Silone (1900-1978): „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: „Ich bin der Faschismus“. Nein, er wird sagen: „Ich bin der Antifaschismus.““

Der Faschismus in Deutschland hat sich seinerzeit anders entwickelt und geäußert, als der Faschismus in Italien oder in Spanien. Das zeigt seine Vielfältigkeit.

Eine auffallende Gemeinsamkeit jedoch ist, dass seine Jünger unbedingt die Medien kapern wollen, um durch sie in Form einer gesinnungshaften Informationsverbreitung dauerpräsent zu sein.

Inwieweit es aktuell hierfür Anzeichen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, bleibe dem Betrachter selbst überlassen.

Faschismus als Begriff ist von fascio (italienisch) abgeleitet, das bedeutet Bund. Entsprechend wären Faschisten „Bündler“ und der Faschismus wäre ein „Bündlertum“.

Aber was führt dieses Bündlertum im Schilde? Und wie sind die Bündler einzugrenzen? Das macht es einerseits so schwierig, den Faschismus beim Schopfe zu packen, andererseits bleibt die Interpretation offen, was man unter Faschismus verstehen und einordnen kann.

Umberto Eco hat hierzu ein Büchlein geschrieben, mit dem Titel „Der ewige Faschismus“.

In ihm zählt er 14 Merkmale auf, die jedoch nicht unbedingt gleichzeitig auftreten müssen:

·         Kult der Tradition

·         Ablehnung der Moderne

·         Kult der Aktion um der Aktion Willen

·         Jede Kritik wird als Verrat wahrgenommen

·         Eine immense Angst vor jeder Andersartigkeit

·         Faschismus versucht immer, mit der Frustration der Mittelklasse zu arbeiten

·         Faschismen sind besessen von der Existenz einer Verschwörung gegen die Identität

·         Die Feinde des Faschismus sind immer gleichzeitig zu stark und zu schwach

·         Es gibt nur den kompromisslosen Kampf

·         Ein ausgeprägtes Elitendenken

·         Das Heldentum und ein genereller Heroismus werden gefeiert

·         Faschismus braucht ein misogynes, homo- und transfeindliches Patriarchat

·         Faschismus ist populistisch, und zwar immer für die Mehrheitsgruppe

·         Faschismus spricht „Neusprech“, dreht also Worte um oder verpackt seine Botschaften in Euphemismen oder Beschönigungen

Der Punkt „Kult der Tradition“ als Merkmal kommt wohl daher, dass sich in den bisher erschienenen Formen des Faschismus, auf die Vergangenheit bezogen wurde. Kult der Tradition sollte nicht mit konservativen Werten verwechselt werden. Es gibt jedoch Anzeichen, dass genau das versucht wird, damit die sogenannten Anti-Faschisten, die den konservativen Werten Nahen, als Faschisten bezeichnen können.

Für den Punkt „Ablehnung der Moderne“ gilt vielleicht ähnliches, je nach Interpretation: Flatterstrom und Zittergas als unsichere Energieversorgung einer Wirtschaftsnation einzuordnen, kann negativ ausgelegt werden, wenn man in der Lage ist Realitäten auszublenden. Gleiches gilt für den digitalen Euro, den viele als Gefahr sehen, daher auf eine unbedingte Beibehaltung der Barzahlung bestehen.

Als „Kult der Aktion um der Aktion Willen“ könnte die bedingungslose Nibelungentreue zur Ukraine interpretiert werden, in der die militärische Überlegenheit Russlands und die Nutzlosigkeit der Sanktionspakete völlig ausgeblendet werden. Hierzu passt vielleicht auch das Bild von dem Karren, der bereits so tief in den Dreck gefahren ist, dass es kein Zurück mehr gibt. Machterhaltende politische Wirklichkeit hat nichts mit der Realität des Lebens zu tun.

„Jede Kritik wird als Verrat wahrgenommen“: Das könnte der Grund sein, warum es den Digital Services Act gibt, warum die E-ID und der digitale Euro eingeführt werden sollen. Kritik ist nicht gewünscht, und da sie nicht von alleine verschwindet, müssen Maßnahmen ergriffen werden. Meist unter dem Vorwand „zum Schutz vor Irgendetwas und zum Wohle aller“, was auch zum letzten Punkt passen würde, in dem es um „Neusprech“ geht.

Dem entgegen kommt die ungeheure Sucht nach Bequemlichkeit in der Gesellschaft.

„Eine immense Angst vor jeder Andersartigkeit“. Als folge die Gleichmacherei. Ein Beispiel hierfür könnte die Abschaffung der zwei biologischen Geschlechter zugunsten von 72 Phantasiegeschlechtern sein. „Der“ und „Die“ verschwinden in einer schwammigen Masse von Das, oder besser Ens. Der Spaß hört allerdings auf, wenn es um die Kriegsertüchtigung geht. Da wird ganz fein nach Männlein und Weiblein unterschieden, egal als was man sich vorher definiert hat.

„Faschismus versucht immer, mit der Frustration der Mittelklasse zu arbeiten“. Hier scheint den Bündlern bislang ein Fehler unterlaufen zu sein, denn es ist sicher nicht für das Fortkommen zuträglich, dass derzeit rund 80 % mit dem Sauerländer unzufrieden sind. Begünstigend auch die seit Corona in Erscheinung getretene kollektive Denkstörung, unterstützt von den systemkonformen Medien. Mitläufer und Opportunisten hat es schon zu allen Zeiten gegeben.

„Faschismen sind besessen von der Existenz einer Verschwörung gegen die Identität“. Welche Rolle spielt hier möglicherweise die Verwendung des Begriffs „Unsere Demokratie“? Die unter allen Umständen nicht einzureißende Brandmauer, weil dahinter ja der Feind lauert, obwohl es zahlreiche Übereinstimmungen mit der Partei des Kanzlers gibt, die es aber nicht geben darf, weil sie von der falschen Partei kommen. Und sicher wird es in der Opposition einige ewig gestrige Deppen geben, aber wo bleibt das Selbstvertrauen, diese leicht in Schach halten zu können? Der Opposition werden finstere Machenschaften unterstellt, während die sogenannte Antifa ohne Folgen Gewalt ausüben darf (siehe Gießen und andere Beispiele). Die Opposition wird unter Generalverdacht gestellt, für Taten, die die Gegenseite schon längst dabei ist auszuführen. Sie will die Demokratie abschaffen, darum muss die Demokratie wehrhaft sein. Das eigene Versagen der Regierenden wird als Kredit auf die Opposition projiziert, obwohl diese noch nie in Regierungsverantwortung gewesen ist.

„Es gibt nur den kompromisslosen Kampf“. Ja, deshalb wurden während der Corona-Inszenierung auch Wasserwerfer gegen Demonstranten eingesetzt, Menschen mit dem Grundgesetz in der Hand abgeführt und deshalb muss die Brandmauer stehen bleiben, weil ja die Delegitimierung des Staates droht und nur die „Unseredemokratie“ die einzig wahre Demokratie ist.

„Ein ausgeprägtes Elitendenken“. Hier muss man gar nicht im Einzelnen Beispiele aufführen. Man braucht sich nur die täglichen Aussagen der Polit-Darsteller anzuhören, ob zu den gestiegenen Lebenskosten, Energiepreisen, Diätenerhöhungen, Renten- und Krankenversicherungs“reformen“ etc., oder sich die Bundespressekonferenz-Show anzusehen. Man bekommt den Eindruck, dass alles getan wird, den Schaden für Deutschland zu mehren und Nutzen von ihm abzuwenden.

„Das Heldentum und ein genereller Heroismus werden gefeiert“. Vielleicht äußert sich auch das heute in einem neuen Gewand. Man denke an die Politiker, die Wissenschaftler, die Ärzte, die Ethik-Kommission, die Experten, die sich als Retter der Menschheit aufgespielt haben, wo sich am Ende dann doch herausgestellt hat, dass sie falsch lagen.

„Faschismus braucht ein misogynes, homo- und transfeindliches Patriarchat“. Auch wieder eine Frage des Standpunktes. Wenn ich davon überzeugt bin, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, dann ist jeder, der etwas anderes behauptet, natürlich homo- und transfeindlich. Und unter den sogenannten Anti-Faschistinnen gibt es genug verirrte Seelen, die davon überzeugt sind, dass es besser ist, ohne einen Mann zu sein. Die sind ja von Natur aus Bestien, Vergewaltiger und brutale Geschöpfe, von denen man besser die Finger lässt. Das Misogyne ist in Männerfeindlichkeit umgeschlagen. Vielleicht ist auch das nur ein alter Wein in neuem Schlauch?

„Faschismus ist populistisch, und zwar immer für die Mehrheitsgruppe“. Auch das erinnert an den Corona-Terror. Nur, weil eine Mehrheit von der Richtigkeit der Maßnahmen überzeugt ist, heißt das noch lange nicht, dass sie deswegen zwangsläufig auch recht hat. Dass das nicht der Fall ist, kann man inzwischen feststellen, wenn man es wollte, doch wer will das schon? Wer will sich schon eingestehen, dass er möglicherweise den Fehler seines Lebens begangen hat?

„„Faschismus spricht „Neusprech“, dreht also Worte um oder verpackt seine Botschaften in Euphemismen oder Beschönigungen“. Das trifft allerdings für die aktuelle Zeit voll und ganz zu. Man erinnere nur die Begriffe Sondervermögen, Kriegstüchtigkeit, Karrierecenter (Kreiswehrersatzamt), Agentur für Arbeit, Lockdown, „Flatten the curve“, die Neudefinition einer Pandemie durch die WHO, Booster-Impfung etc..

Auffällig im Faschismus ist auch der Militarismus.

Auch hier liegt es im Auge des Betrachters, inwieweit man die Militarisierung in Deutschland (Deutschland soll stärkste konventionelle Kraft in Europa werden. Ausgesprochen zuerst vom deutschen Bundeskanzler, wiederholt vom Kriegstüchtigkeitsminister) schon als ein Element eines aufkommenden Faschismus ansehen kann?

Auch stellt sich bei der Aufrüstung Deutschlands die Frage, ob das besonders durch die Medien herbeigeredete Feindbild vom bösen Russen, der Deutschland um das Jahr 2030 überfallen wird, möglicherweise vor allem als Vorwand dienen soll, die Bundeswehrmacht gegen das eigene Volk einsetzen zu können, falls es ob der weiterhin in jeder Hinsicht fehlgeleiteten Politik möglicherweise zu Aufständen oder gar einem Bürgerkrieg kommen sollte, falls der Deutsche Michel doch noch aus seinen bequemen Filzpantoffeln aussteigt.

Eindeutig zu erkennen, die allmähliche Umstellung der Wirtschaft auf Kriegswirtschaft in Deutschland.

Auffällig auch der Einfluss des Militärs im Hintergrund während der Drangsalierung der Menschen während der Corona-Zeit.

Auffällig auch die Präsenz des Militärs (NATO) während der Bilderberg-Konferenz in New York, bei gleichzeitiger Anwesenheit von Palantir für die Datensammlung und Warner Bros für die Medien.

„Die Feinde des Faschismus sind immer gleichzeitig zu stark und zu schwach“. Kommt ganz darauf an, von welcher Seite man das betrachtet, wer die Faschisten sein sollen, und wer die Anti-Faschisten glauben zu sein. Ist das eigentlich nicht mehr mögliche Einordnen von links, Mitte und rechts eine Folge davon?

Das vorgenannte zeigt, wie weit dehnbar die Definition von Faschismus sein kann. Wundert es da, wenn totalitäre Züge in einem Staat erkennbar werden, dass dann die Vermutung nahe liegt, dass auch der Faschismus nicht mehr allzu weit entfernt ist, und dass man nicht früh genug damit anfangen kann, davor zu warnen, selbst, wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass Bedenken unbegründet waren? Wenn dem so wäre, um so besser! Wenn nicht, stehen den Menschen neue dunkle Zeiten bevor.

 

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)


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