Wohncontainer statt Betongold

Warum bauen wir heute nur noch schlichte Zweckbauten und können sie uns trotzdem kaum leisten? Warum haben Architekten vor 150 Jahren noch monumentale Bauten mit viel Liebe zu Details geschaffen und unserer Generation droht, architektonisch belanglos zu werden? Ein Grund könnte lauten: Unser Geld ist Schuld - Inflation! (Bild: Nobelwohnviertel "Am Buerschen Waldbogen")
Wohncontainer statt Betongold

Es gibt nicht viele, eindrucksvollere Beispiele für das Zerstörungspotential von Inflation, als die Entwicklung des Häuserbaus!

Vor einhundertfünfzig Jahren zum Beispiel, als das Bauen noch richtig aufwändig war (fast alles musste von Hand gemacht werden, da es nur wenig “Maschinenhilfe” gab), trieb man selbst für einfache Gebäude den Aufwand für viele Details - von diversen Erkern und Türmchen über Stuckarbeiten bis hin zur individuellen Fassadengestaltung.

Selbst nach den Zerstörungen des zweiten Weltkriegs und dem danach erforderlichen Bauboom, der jedem schnell ein Dach über dem Kopf verschaffen sollte, kannte man noch die Vorteile haltbarer Klinkerfassaden oder nahm sich die Zeit für “schöne” Elemente, wie Glasbausteine oder Dachkonstruktionen - besonders im Bereich “Eigenheime”

Heute ist das Bauen (eigentlich) sehr einfach geworden - es gibt standardisierte Teile, eine Vielzahl von Materialien, die auch noch einfach zu produzieren sind (bzw. wären) und jede Menge Maschinen, die manuell anstrengende Arbeit in vielen Bereichen überflüssig machen. Und dennoch schafft es unsere Zeit kaum noch, würdige oder schöne Gebäude hervor zu bringen! Im Gegenteil: Viele Neubausiedlungen oder Mehrfamilienhäuser gleichen eher einem Containerdorf, als einem Wohnviertel!

Die Häuser sehen aus, wie aus dem Baukasten, wie übergroße Schuhkartons. Die Fassaden werden oft lieblos weiß angestrichen, Klinkerelemente sind kaum noch finanzierbar. Nach 3 bis 5 Jahren schon wirken Außenfassaden schmuddelig und renovierungsbedürftig. Oft werden aus solchen Neubauviertel in zwei, drei Jahrzehnten soziale Brennpunkte, zumindest sehen sie so aus.

Ein krasses Beispiel in meiner Umgebung ist das “Nobel”-Neubaugebiet “Am Buerschen Waldbogen” hier im Ruhrgebiet! Die “Skyline” erinnert an ein Flüchtlingslager oder Containerdorf, die Häuser langweilen durch ihre äußerliche Eintönigkeit und die einfallslos-schlichte Architektur. Viele haben tatsächlich bereits nach 2 bis 3 Jahren schmuddelige Fassaden. Schöne Dachkonstruktionen sind die Ausnahme, Die meisten Häuser sehen aus, wie kantige Bauklötze.

Mancher Ersterbauer bietet dementsprechend auch jetzt schon sein Haus zum Verkauf an. Ich befürchte, dass dieses Viertel in 10 oder 20 Jahren ein eher unschöner Stadtteil werden wird, denn auch die Infrastruktur des abgelegenen Neubaugebiets gibt nichts her.

Das wäre ja alles erträglich, wenn hier besonders günstige Immobilien für den kleinen Geldbeutel gebaut worden wären! Aber das Gegenteil ist der Fall: Das sollen tatsächlich Luxusimmobilien sein! Teilweise musste im Millionenbereich investiert werden, um hier ein Haus zu bauen!

Auch anderen Stellen in meinem Umfeld kosten simple Eigentumswohnungen mit 100 Quadratmetern Wohnfläche heute eine halbe Million Euro und mehr - in schmucklosen, schlichten, weiß gestrichenen, dachlosen Flachbauten ohne jede Eleganz oder sichtbaren Komfort! Und wir reden hier von der Stadt mit den günstigsten Immobilienpreisen der Republik!

Warum schaffen wir es nicht mehr, schöne Architektur zu finanzieren (oder zu bauen)? Warum kosten simple Reihen-Immobilien einfachster Bauweise mehr, als sich eine Mittelschichtfamilie leisten kann? Warum kosten einfache Wohnungen eine halbe Million Euro und durchschnittliche Häuser auch schon mal eine volle Million?

Die Antwort ist einfach! Sie lautet: Inflation! Dabei denken die meisten Menschen: Inflation sei ein Naturgesetz! Es passiert halt, da muss man mit leben! Und so arbeiten und verdienen sie mehr, aber können sich immer weniger leisten.

Dabei ist Inflation kein Naturgesetz. Sondern lediglich eine perfide, staatliche Strategie, die seit Generationen funktioniert: Da 80 oder 90% Besteuerung eine Revolution auslösen würden, wird den Bürgern mir diversifizierten, sichtbaren Steuern und Sozialabgaben eben “nur” 40, 50 oder 60% abgeknöpft - der Rest wird durch gezieltes Anheizen der Inflation gestohlen.

Durch das blanke Drucken von wertlosem Geld (früher “Schulden”, heute mit an Perversion grenzendem Einfallsreichtum “Sondervermögen” genannt) wird die im Umlauf befindliche Geldmenge mehr oder weniger beliebig erhöht.

Ein volkswirtschaftliches “Naturgesetz” bewirkt, dass (bei gleichbleibendem Angebot an Waren und Dienstleistungen) sich die Geldmenge auf diese längerfristig verteilt und so die Preise steigen. Umso mehr, wenn (wie derzeit) sogar ein “negatives Wachstum” stattfindet bzw. zu erwarten ist.

Ermöglicht wird das mit leeren Währungen wie dem Euro (nicht umsonst “Fiat-Geld” - “Es entstehe Geld” genannt!), die weder durch Gold, noch durch andere, stabile Werte gedeckt sind und sich deshalb beliebig vermehren lassen.

Und so kommen Staaten an die Ersparnisse der Bürger, ohne das direkt zu kommunizieren oder zu begründen. Durch die so indirekte Steigerung der Preise schrumpfen Ersparnisse, Rentenansprüche und Einkommen zusammen.

Wer mehr Lebenszeit in Arbeit gesteckt hat, um etwas für später zurück zu legen, wird nachträglich seiner Lebenszeit beraubt. Nicht umsonst prägte Henry Ford den Satz “Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh”: Inflation durch leere, staatliche Währungen könnte man auch als staatlichen Raub sehen.

Deshalb bekommst du für Millionensummen nur noch Häuser, die eigentlich Wohncontainer sind und so schlicht und billig, dass viele davon vermutlich kein Menschenleben lang stehen werden. Und deshalb sind 100 Jahre alte Häuser oft heute noch begehrte Wohnlagen.

Doch es gibt eine Lösung. Zumindest eine Option auf Besserung: Sie heißt Bitcoin. “Bitcoin fixes this”. Der Rest liegt an dir. “Study Bitcoin!”


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