Bitcoin-Theorie trifft Wirklichkeit

Heart Words #06
Bitcoin-Theorie trifft Wirklichkeit

Diese Woche war für mich wahrscheinlich der größte Meilenstein des Jahres (es sei denn, das Universum hat noch eine Überraschung parat). Nach Wochen des Zweifelns, Grübelns, Planens – und wieder Zweifelns – ist es endlich soweit: Mein erstes Video für Heart Money ist online!

Der Weg dorthin? Ein einziges Gefühls-Karussell. Zwischen „Ich MUSS das machen, ich brenne dafür“ und „Was für eine vollkommen IRRSINNIGE Idee!“ war wirklich alles dabei. Ich dachte, ich hätte in den letzten Jahren gelernt, auf mein Bauchgefühl zu hören. Aber dieses Mal? Achterbahn…

Wann weiß man, ob eine Idee wirklich tragen wird? Ob sie die richtigen Menschen erreicht – und bewegt? Wie perfekt muss etwas sein, bevor man startet? Und wann ist Perfektion nur eine Ausrede, um sich nicht zu zeigen?

Die Antwort, die mir diese Woche geholfen hat: Einfach anfangen. Nicht perfekt. Nicht zu Ende gedacht. Sondern Schritt für Schritt. Und ja, die erste Kritik kam auch schon. Aber auch das gehört dazu – ich schätze Ehrlichkeit.

Erstes Video meines YouTube-Kanals Heart Money

Den Impuls für die erste Folge lieferte mir übrigens die Ungleichheitsforscherin Martyna Linartas. Sie hat einen Bestseller über die ungleiche Vermögensverteilung in der Welt geschrieben. Was man in ihrem Buch und im Interview mit Matze Hielscher nicht hören wird: Unser Geldsystem selbst verstärkt soziale Ungleichheit massiv!

Das Unwissen über Geld ist aus meiner Sicht der größte blinde Fleck des 21. Jahrhunderts. Irgendwann werden wir Menschen zurückblicken und feststellen, dass das Fiat-Geldsystem eines der größten Verbrechen seiner Zeit war.

Ich hoffe sehr, dass Forscherinnen und Wissenschaftler wie Martyna Linartas diesen blinden Fleck irgendwann mit Wissen füllen – und so dabei helfen, ihn sichtbar zu machen…

MEINE HEART WORDS DER WOCHE

1. Ein Sommerfest

Am Donnerstag war ich beim Sommerfest von Terahash in Augsburg – einem jungen Bitcoin-Unternehmen, das ich in den letzten Monaten durch mehrere Workshops für seine Kunden begleiten durfte. Und jedes Mal bin ich wieder aufs Neue beeindruckt, wie schnell sich dieses Start-Up weiterentwickelt.

Was das Team dort aufbaut, ist nicht nur technisch spannend, sondern auch menschlich inspirierend: tiefes Know-how, echte unternehmerische Leidenschaft und eine klare Vision für die Energiezukunft – und das alles Made in Germany.

Das Sommerfest wurde dieses Jahr bereits zum dritten Mal gefeiert, und es hatte etwas sehr Familiäres. Viele der rund 100 Gäste kennen sich schon lange, der Terahash-Space war voller Gespräche, Wiedersehen und echter Verbundenheit.

Ich bin super optimistisch, was die Zukunft von Terahash und Bitcoin-Mining in Europa angeht. Was dieses Team seit der Gründung auf die Beine gestellt hat, hätte ich mir damals kaum vorstellen können – aber schau selbst.

Mit Gründer Kris Kläger beim Terahash-Sommerfest 2025

2. Eine Nachricht

Durch meinen Podcast Bitcoin kurz erklärt erreichen mich regelmäßig E-Mails an bitcoinkurz\[AT\]gmx.de – leider ist ein Großteil davon Spam und Phishing von angeblichen Prinzen und Banken. Ich wäre schon längst Milliardärin, wenn nur ein Bruchteil davon ernst gemeint wäre…

Aber ab und zu landet zwischen all den falschen Versprechen eine Nachricht in meinem Postfach, die meinen Tag komplett auf den Kopf stellt. So wie diese Woche.

Isabel vom Kinderhilfswerk Eine Welt e.V. hat mich kontaktiert.

Der Verein hat – in Zusammenarbeit mit BITCOIN4GOOD und Opago – Bitcoin-Spenden als neue Möglichkeit eingeführt. Auf ihrer Website finden sich dazu gut erklärte, verständliche Informationen. Das allein hat mich schon gefreut. Doch Isabel schrieb auch:

Hallo Nicole, dein Podcast Bitcoin kurz erklärt ist für uns im Verein eine echte Bereicherung – genauso wie dein Newsletter und deine Beiträge.

Ihre Worte haben mich zu Tränen gerührt. Ich wusste gar nicht, wie mir beim Lesen geschah. Es ist so schön zu sehen, dass die eigene Arbeit wirkt – und zwar dort, wo es auch wirklich zählt. Ein Verein wie das Kinderhilfswerk ist offen für Bitcoin und hat noch dazu einen NOSTR-Account erstellt! Kaum zu glauben!

Dass die Kinderrechtsorganisation den Mut aufbringt, neue Wege zu gehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn jede Institution, die sich mit Bitcoin beschäftigt, geht in gewisser Weise ein Risiko ein – einfach weil so viele Menschen noch immer mit Schlagwörtern wie Spekulation oder Kriminalität reagieren.

Wenn du ein paar Satoshis übrig hast und etwas Gutes tun willst: Das Kinderhilfswerk Eine Welt e. V. freut sich über deine Unterstützung. Lightning-Zahlungen sind möglich, und auf Wunsch gibt es auch eine Spendenquittung.

3. Eine Wette

Im Januar 2023 geriet ich in eine hitzige Diskussion mit einem guten Freund – überzeugter Bitcoin-Skeptiker und leidenschaftlicher Debattierer. Thema: die Relevanz und Zukunft von Bitcoin. Wir drehten uns im Kreis, keiner konnte den anderen überzeugen. Also machten wir, was alle klugen Streithähne irgendwann tun: Wir schlossen eine Wette.

Der Bitcoin-Preis soll am 31. Dezember 2025 darüber entscheiden, wer die relevanteren Argumente hatte. Oder, um es mit den (leicht veränderten) Worten einer berühmten Politikerin zu sagen:

The proof of the pudding is the eating. (EN)

Was es taugt, zeigt sich erst in der Praxis. (DE)

Der Wetteinsatz ist nicht ganz unerheblich: Es geht um 0,01 Bitcoin, was aktuell rund 1.000 € entspricht. Wer die Wette am Ende für sich entscheidet, ist noch offen – und selbst in der Bitcoin-Community gehen die Meinungen auseinander, wie man den Kommentaren auf X (ehemals Twitter) gut entnehmen kann.

In weniger als 165 Tagen ist Zahltag. Sollte der Bitcoin-Kurs zum Stichtag um 12:00 Uhr unter 134.653,07 US-Dollar liegen, habe ich die Wette verloren. Und trotzdem bin ich überzeugt: Es gibt langfristig kaum eine bessere Kennzahl als den Preis, um fundamentale Thesen rund um Bitcoin zu bestätigen – oder eben zu widerlegen. Genau deshalb gefällt mir diese Wette. Sie zwingt uns, Theorie und Realität aufeinanderprallen zu lassen.

4. Ein Boden der Tatsachen

Mein Optimismus, wenn es um die Zukunft von Bitcoin geht, kennt kaum Grenzen. Doch selbst mich trifft hin und wieder die Ernüchterung – wie ein Schlag in die Magengrube. Diese Woche hatte ich wieder so einen Moment: Die Selbstverwahrung von Bitcoin ist immer noch viel zu kompliziert!

Vor allem technologieferne Menschen – gerade diejenigen, die nicht mit Smartphones, Konsolen oder Computern aufgewachsen sind – tun sich schwer im Umgang mit Hardware-Wallets wie der BitBox02. Die Angst, einen folgenschweren Fehler zu machen, ist riesig! Viele ziehen sich deshalb ganz zurück, bevor sie sich überhaupt ernsthaft mit dem Thema beschäftigen.

Und deshalb frage ich mich: Wie sollen jemals 8 Milliarden Menschen echte finanzielle Unabhängigkeit erleben, wenn die meisten ihre Bitcoin nicht selbst verwahren, sondern auf Börsen und bei Brokern liegen lassen? Solange diese Hürde so hoch ist, bleibt das Ziel von echter Dezentralität ein Stück weit Illusion.

Hast du eine gute Antwort darauf?

Mir bleibt im Moment vor allem eines: weiter an Bildungsangeboten zu arbeiten, die genau diese Barrieren abbauen. Und die Hoffnung, dass der wachsende Bedarf in den nächsten Jahren kreative, nutzerfreundliche Lösungen hervorbringen wird. Lösungen, die Selbstverwahrung so einfach machen, dass sie nicht länger eine Mutprobe ist.

5. Ein Zitat

Boomer können nur schwer nachvollziehen, dass Bitcoin für uns kein Spaß ist. Wir sind hier, weil eine 2-Zimmer-Wohnung 1.300€ pro Monat kostet, das Rentensystem uns ausbeutet, die Industriepolitik unser Aufstiegsversprechen schikaniert und Essengehen mit der Familie unerschwinglich ist. – Leo Mattes

Leos Worte sind viral gegangen – und ich konnte jedes einzelne davon fühlen. Spätestens als meine Miete in München die 1.500 €-Marke für 56qm geknackt hat, wusste ich: So kann das nicht weitergehen. Das muss aufhören! Und das wird aufhören, wenn sich das Wissen über Geld, Geldsystem und Bitcoin weiterverbreitet. Die Frage ist nur, wie lange es dauert…


Danke fürs Lesen! Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, hinterlasse doch gerne ein Herz und einen Kommentar. Dein Feedback hilft, diesen Newsletter besser und bekannter zu machen.

Hab einen schönen Sonntag oder eine schöne Woche – ganz egal, wann du diese Worte liest.

Nicole ❤️


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